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Ukraine – die Auseinandersetzung hat begonnen

Unsere Kinder und Jugendlichen aus dem Kinder und Jugenddorf Sigrön haben ein feines Gespür für Spannungen. Sie horchen auf, wenn es in ihrer Umgebung besorgte Gesichter gibt, Gespräche sich um ein Land drehen, dessen Namen sie vielleicht gar nicht kennen und dann stellen sie sich Fragen. Die Mutigen stellen sie laut.

Als wir anfingen mit unseren Kindern aus der heilpädagogischen Wohngruppe „Schwäne“ über die Situation der Menschen in der Ukraine und die Bedrohungen zu sprechen, konnten sie sich vor allem in die Situation der Hilflosen einfühlen und in die Not der Kinder. Und ganz schnell kamen sie zu der Frage, „Was können wir tun?“ Sie sortierten in Gedanken ihren eigenen Besitz und boten an, Taschengeld zu spenden und eines ihrer Spielzeuge abzugeben, denn Solidarität ist ein Gefühl und eine unabdingbare Grundlage unseres Zusammenlebens. Und unser Zusammenleben braucht Frieden.

Unsere Jugendlichen aus der Wohngruppe „Impuls“ hatten eher das Bedürfnis, zu verstehen was in der Ukraine passiert. Auch sie können sich in die Bedrohung einfühlen und um sie nicht zu deutlich zu spüren, suchen sie Erklärungen.

Die Mitfühlenden und die Analysierenden sind in ihren Wohngruppen die Vorbilder für die, die sich noch nicht betroffen fühlen. Stephan ist eines unserer Vorbilder:

NO WAR! Aktueller Konflikt zwischen der Ukraine und Russland

Hallo!

ukraineMein Name ist Stephan K. und ich bin 18 Jahre alt und wohne seit einem halben Jahr in der Wohngruppe Impuls in Wittenberge. Als ich hier einzog, wurden mir einige Maßnahmen bezüglich des Corona-Virus erklärt. In meiner Wohngruppe leben bis zu 7 Jugendliche, die sich mittlerweile alle angesteckt hatten – mich einbezogen. Das war eine anstrengende und katastrophale Zeit für uns alle. Wir dachten, dass es in der Welt nicht noch schlimmer kommen könnte, und dann kam der Krieg zwischen Russland und der Ukraine.

Diese Nachricht traf uns alle unerwartet und macht uns sehr traurig. Wir sind schockiert darüber, dass sowas Heftiges in Europa passiert und das so nah an Deutschland. Man hat das Gefühl, dass man nicht mehr lange sicher leben kann und deshalb möchten auch wir ein klares Statement setzten – STOPPT DEN KRIEG!

Zusammen mit meiner Betreuerin Frau Petrat und einer weiteren Bewohnerin meiner Wohngruppe führten wir lange Gespräche über dieses Thema. Um auf andere Gedanken zu kommen, machten wir an der Elbe einen schönen Nachmittagsausflug. Dort saßen wir zusammen und genossen Kaffee und Kuchen bei Sonnenschein. Danach machten wir einige Bilder, die wir als Collage anfertigten und veröffentlichen möchten.

Im Sommer dieses Jahrs werde ich von der Bundeswehr einberufen und hoffe, dass sich die Situation bis dahin beruhigt hat und wir uns nicht mehr so viele Sorgen machen müssen.

Danke für Deinen Mut, Stephan!

 

Das Kinder und Jugenddorf Sigrön

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Spendenaufruf

Kinder- und Jugendarbeit kostet selbstverständlich Geld. Unsere Kinder und Jugendlichen sind zumeist sehr bescheiden, aber ein Fahrrad, eine Musikanlage oder eine Ferienreise gehören auch zu ihren Wünschen. Die Unterbringung und die sozialpädagogische Betreuung werden von den Jugendämtern getragen. Diese können aber nicht alle individuellen Wünsche übernehmen, so dass wir über jede finanzielle und materielle Zuwendung von privaten Gebern dankbar sind. Wenn auch Sie unsere Arbeit zum Wohle der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen unterstützen möchten, würden wir uns sehr freuen.