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„Geduld ist eine Tugend“

Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch, der aktuell noch mehr an Bedeutung gewonnen hat und Erwachsenen aber ganz besonders Kindern und Jugendlichen zurzeit alles abverlangt. Geduld bezeichnet die Fähigkeit warten oder etwas ertragen zu können. Und warten ist, wie jeder weiß, nicht gerade die größte Stärke von jungen Menschen.

geduld1Wo es zu Beginn des ersten Lockdowns noch hieß: „Oh geil, keine Schule.“, verflüchtigte sich diese Euphorie genauso schnell wie sie gekommen war. Es zeigte sich nämlich, dass zur Schule gehen zu dürfen gar nicht so uncool ist. Leute treffen, sich austauschen und gemeinsam abhängen gehört zum Teeniealltag einfach dazu. Eine weitere Belastung war, dass Fahrten nach Hause plötzlich nicht mehr erlaubt waren und die jungen Menschen 8 lange Wochen in den Wohngruppen festsaßen. Welche Belastung dies für Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe darstellt, können nur wenige Menschen nachvollziehen. Was für die meisten Kinder völlig normal ist, ist für unsere Jugendlichen etwas Besonderes was nur alle 14 Tage stattfindet. Deshalb standen auch die ErzierInnen unserer Einrichtung vor besonderen Herausforderungen. Wer selbst Mutter oder Vater ist, weiß was es bedeutet seine Kinder 24/7 zu Coronazeiten zu beschäftigen und jetzt nehmen sie das ganze Mal neun. Denn so viele Kinder gilt es in den meisten Wohngruppen des KJD Rankenheim altersgerecht und pädagogisch sinnvoll zu beschäftigen. Keine leichte Aufgabe, denn auf Dauer verlieren Karten- und Brettspiele ihren Reiz und das ständige aufeinander Hocken zerrt an den Nerven aller. Unsere großzügige Außenanlage stellte sich einmal mehr als Segen heraus, denn es ermöglichte den PädagogenInnen, viele Aktivitäten wie Geländespiele, Quadfahren, Fußball, Tischtennis oder ein Volleyballturnier anzubieten.

geduld2Nun stecken wir wieder mittendrin im zweiten harten Lockdown und das Wetter lässt viele Outdooraktivitäten einfach nicht zu. Nichtsdestotrotz geben die ErzieherInnen weiterhin ihr Bestes, um mit kleinen Angeboten den tristen Coronaalltag etwas schöner zu gestalten. So wird der Konferenzsaal einmal mehr zum Kino mit frischem Popcorn oder zum schaurig schönem Schauplatz einer Halloweenparty, die Grillwurst schmeckt auch im Winter lecker, ebenso wie das Stockbrot am Lagerfeuer und eine Tischtennisplatte passt tatsächlich auch in das Foyer der Einrichtungsleitung. Pünktlich zum ersten Tag der Winterferien schneite es zur Freude der Kinder und Schneemänner bauen und Rodeln gehen macht einfach in jedem Alter noch Spaß.

Die tatsächlichen Auswirkungen bzw. Folgen dieser Pandemie auf die physische und psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen, lassen sich wahrscheinlich nie wirklich vollständig ergründen. Dennoch ziehe ich meinen Hut vor unseren jungen Menschen sowie den KollegenInnen und die Geduld und Kreativität, die sie an den Tag legen, erstaunt mich immer wieder aufs Neue.

Wie geht es uns mit Corona?

geduld3Anfangs hatten wir uns alle auf schulfrei gefreut, dann kam die Homeschooling-Sache mit dazu. Da ist die Laune von uns schon abgesunken, dann auch noch die Ausgangssperren und Maskenpflicht. Wieder so ein genanntes Down für uns! Nach dem die Ausgangssperren erstmals wieder aufgehoben wurden, da stieg unsere Laune wieder ein bisschen. Wir hatten Hoffnungen das Corona bald vorbei sei. Corona ist kaum noch Gesprächsthema bei uns, da es einfach nur noch abfuckt! Wir versuchen uns mit Irrsinn davon abzulenken. Ich bin der Meinung es fügt die Gruppen auch mehr zusammen, weil keiner von uns möchte jeden Tag nur seine eigenen Gruppenmitglieder sehen, denn dies führt oft zu Auseinandersetzungen. Die Gruppen spielen jetzt öfters abends zusammen Verstecken oder Tischtennis. Was vorher zwar auch vorgekommen ist, aber nie in diesem Maße. Wir treffen uns auch fast täglich für mehrere Stunden draußen und chillen dann dort zusammen, hören Musik und unterhalten uns oder tauschen uns aus was gerade in den Gruppen so passiert. Es gibt Tage da sitzen wir wirklich nur vor dem Fernseher, Handy oder der PS4, was wir vorher nie gemacht hätten oder uns erlaubt worden wäre. Auch wenn die Erzieher sich immer wieder kreativ mit Beschäftigungsideen beweisen, endet der Tag wie jeder andere: meist langweilig. Man muss dazu auch sagen, wir sind sehr dankbar, dass wir so ein großes Gelände mit Sportplatz, Strand und Tieren haben.

Von Leonie & Franziska Meißner (Erzieherin) WG „Spielhaus“

 

 

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